Werkstoff- und Verarbeitungsglossar

Wir verwenden oft ein eigenes Vokabular - schließlich haben die Werkstoffe Stahl, Metalle, Edelstähle und Kunststoffe eine lange Geschichte. Herstellung wie Bearbeitung sind Hochtechnologiebranchen. Die wichtigsten Fachbegriffe rund um unsere Werkstoffe haben wir für Sie in einem Glossar zusammengestellt.

P

Phenolharz (PF): Phenolharze sind die ersten vollsynthetischen Kunststoffe. L. H. Baekeland meldete 1907 das Patent für diesen durch Polykondensation hergestellten Duroplast an und brachte es unter dem Handelsnamen Bakelit auf den Markt.
Bemerkenswerte elektrische und mechanische Eigenschaften machten das Bakelit für die damals aufstrebende Elektroindustrie zum begehrten Werkstoff für Gehäuse und Funktionsteile.
Polyacetal: Polyacetale (POM) sind universelle Werkstoffe für Funktionsteile in der Feinmechanik und im Apparatebau. Sie bieten hervorragende Eigenschaften, so z.B. niedriger Reibwiderstand, gute Abriebfestigkeit, hervorragendes Federvermögen, hohe Ermüdungsfestigkeit bei wechselnder Beanspruchung, gute elektrische Eigenschaften, hohe Durchschlagfestigkeit, niedriger dielektrischer Verlustfaktor, gute Chemikalienfestigkeit, besonders gegen Lösungsmittel, und sie sind sehr beständig gegen Spannungsrissbildung.
Polyacetale (POM) sind Thermoplaste. Sie sind seit 1959 auf dem Markt. Wir verarbeiten Polyacetal (POM) z.B. zu Zahnrädern in Stellgetrieben, Schaltnocken, Gleitbuchsen, Andruckrollen, Federelementen, Ventilkegeln oder zu Schnappelementen.
Polyamid, Werkstoffgruppe: Polyamide zählen neben ABS und PP-Compounds zu der Spitzengruppe der Werkstoffe. Im Maschinenbau und in der Feinwerktechnik ist Polyamid sogar der unangefochtene Spritzenreiter unter den Polymeren.
Die Werkstoffgruppe Polyamid 6 (PA 6) bietet universelle Werkstoffe für mechanische Funktionsteile im Maschinenbau, Polyamide sind kältefest, stoßbelastbar und schlagzäh, abriebfest, selbst bei rauhem Gleitpartner,
und sie besitzen ein hohes Arbeitsvermögen.
Polybuthylenterephthalat (PBT, PBTP): PBT - es hat ähnliche Eigenschaften wie PET, ist jedoch für den Spritzguss aufgrund des günstigeren Abkühlverhalten besser geeignet - findet bevorzugt bei feinmechanischen Bauteilen im Gerätebau Anwendung.
Polycarbonat (PC): Polycarbonat (PC) ist ein klarsichtiger Werkstoff. Der Lichttransmissionsgrad nach DIN 5036-1 beträgt 88 % bei 1 mm Dicke, und die Brechungszahl nach ISO 489-A ist 1,586 bei 1 mm.
Polyesterharze (UP): Duroplast auf Basis eines ungesättigten Polyesterharzes, zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften kurzglasfaservertärkt.
Polyethylene (Werkstoffgruppe): Kennzeichnend für Polyethylen ist die wachsartig weiche und antiadhäsive Oberfläche. Polyethylene haben eine niedrige Dichte, gute Zähigkeit, niedrige Festigkeit und Härte, sehr gute Chemikalienfestigkeit, Empfindlichkeit zur Spannungsrissbildung und geringe Temperaturfestigkeit.
Typische Anwendungsbeispiele für dieses Polyolefin sind Kettenführungen, Auskleidungen von Silos und Rutschen, Saugplatten oder Siebtischbeläge in der Papierverarbeitung.
Polyethylenterephthalat (PET, PETP): Dieses teilkristalline PET wird aus extrudierten Halbzeugen gespant. Es findet bevorzugt bei feinmechanischen Bauteilen im Gerätebau Anwendung und stellt eine Alternative zum Polyacetal (POM) dar
Polymer: Künstliche Polymere sind Kunststoffe. Polymere entstehen durch Polymerisation aus Monomeren.
Polyphenylenoxid mod. (PPO, PPE): Dieses Polymerblend aus PPO und hochschlagfestem Polystyrol (HI-PS) besitzt eine hohe Wärmeformbeständigkeit und gute Dimensionsstabilität. Zudem weist der Werkstoff eine hohe Hydrolysestabilität auf.
Bei gesteigerten Anforderungen an die mechanischen Eigenschaften des Bauteils, wird das PPO mit einer Glasfaserverstärkung ausgestattet. Die eingebetteten Kurzglasfasern verleihen dem Blend eine sehr hohe Steifigkeit, Maßgenauigkeit und Wärmeformbeständigkeit. Ideal für Bauteile im Heißwasser oder sehr maßgetreue, steife Chassis und Getriebegehäuse.
Polyphenylensulfid (PPS): In der Praxis wird PPS für technische Kunststoffteile nur verstärkt eingesetzt. Dann ist er ein sehr steifer Hochleistungskunststoff, mit vielen Eigenschaften im Hochleistungsbereich.
Polyphthalamid (PPA): Polyphtalamide (PPA) sind teilkristalline Superpolyamide auf der Basis Terephthal- und Isophthalsäure.
Verstärkte Polyphthalamide (PPA GF) sind extrem hitzefest, und die eingebettenen Glasfasern geben dem Werkstoff zudem eine hohe Wärmeformbeständigkeit.
Polypropylen (PP): Polypropylene sind teilkristalline Kunststoffe, die durch Polymerisation von Propylen in Gegenwart von Ziegler-Natta-Katalysatoren hergestellt werden.
Polypropylene sind überwiegend und den Polyethylenen sehr ähnlich, gleichen jedoch viele ihrer Nachteile aus. Polypropylene sind starrer und härter, sie sind die härtesten Polyolefinpolymere und behalten diese Eigenschaft auch bei hohen Temperaturen.
Polystyrol (PS): Polystyrol ist ein Kunststoff, der seit 1930 durch radikalische Polymerisation von Styrol hergestellt werden.
Reines Polystyrol (PS) ist hart, farblos und spröde. Auffällig ist der brilliante Oberflächenglanz. Gegenüber Säuren, Laugen und Alkohol ist Polystyrol beständig. Es wird jedoch von vielen unpolaren Lösungsmitteln angegriffen. Polystyrol (PS) ist ein klarsichtiger Werkstoff mit einer hohen Steifigkeit und Härte.
Polyurethan: Abkürzung PUR. Polyurethane sind Polyester und werden durch Polyaddition von Isocyanaten und Alkoholen hergestellt. Sie sind ein vielfältig verwendbarer Duroplast.
Präzisionsrohr: Präzisionsrohre nehmen unter Rohren eine Sonderstellung ein, weil sie hauptsächlich als Konstruktionselemente verwendet werden. Es sind zu unterscheiden:
1. Nahtlose P. mit besonderer Maßgenauigkeit nach DIN 2391-1
2. Geschweißte P. mit besonderer Maßgenauigkeit nach DIN 2393-1
3. Geschweißte maßgewalzte P. nach DIN 2394
4. Elektrisch geschweißte P. mit rechteckigem und quadratischem Querschnitt nach DIN 2395-1
Profilrohr: Rohre in nahtloser oder geschweißter Ausführung, deren Querschnitt nicht rund, sondern quadratisch, rechteckig oder profiliert ist. Sie werden als Bauelemente im Regal-, Gerüst-, Stahlskelett-, Fahrzeug-, Tür- und Fensterbau und überall dort verwendet, wo im Stahlleicht- und Metallbau geringes Gewicht und günstige statische Werte gefordert werden. Für rechteckige und quadratische Profilrohre siehe DIN 2395-1 bis 3 (Präzisionsstahlrohre, Hohlprofile, Anschlagprofil), daneben zahlreiche nicht genormte Varianten (Oval-, Anschlag- und Geländer-P), auch in nichtrostendem Edelstahl.
Profilstahl: Geformter Stahl (gewalzt, gezogen, gepresst) mit einem über die ganze Länge gleichbleibenden Querschnitt (Stabstahl, Spezialprofile, Formstahl).
Propylen: Propylen (Propen) ist ein wichtiger petrochemischer Grundstoff für die Herstellung von Kunststoffen. Propylen ist ein farbloses und geruchloses Gas. Mit Hilfe der Polymerisation wird dieses reine Gas zu Polypropylen verarbeitet.
Durch thermisches Cracken von Kohlenwasserstoffen oder auch zunehmend aus Methanol, das aus Erdgas gewonnen wird, hergestellt, ist Propylen ein ungesättigter Kohlenwasserstoff (CH3-CH=CH2).
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